Die Pupille und ihre Veränderungen
Die Pupille ist die kleine schwarze Öffnung in der Mitte der Iris. Wenn Sonnenlicht in das Auge scheint, zieht sie sich zusammen und lässt dadurch weniger Licht ins Auge. Im Dunkeln öffnet sie sich, um mehr Licht einzufangen. Neben äusseren Lichteinflüsse, reagiert sie auch auf unser Nervensystem, unsere Gefühle und sogar unseren Gesundheitszustand. Erfahren Sie in diesem Beitrag alles Wissenswerte rund um die Funktion, den Aufbau sowie mögliche Störungen der Pupille.
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Was beeinflusst unsere Pupillenweite?
Unsere Pupille verändert ihre Grösse ständig – ein Vorgang, den wir nicht bewusst wahrnehmen und der automatisch passiert: Das vegetative Nervensystem kontrolliert dabei die Muskeln der Iris, also des farbigen Rings um unsere Pupille (auch Regenbogenhaut). Die Iris zieht sich zusammen oder weitet sich und die Pupille erscheint kleiner oder grösser.
Ob und wie stark sich die Pupille verengt oder erweitert, hängt von verschiedenen Einflüssen ab:
Lichtintensität: Den sicher grössten Einfluss auf unsere Pupille hat das Umgebungslicht. Ist es sehr hell, dann verengt sich die Pupille – ein Vorgang, der sich Miosis nennt. Das Auge wird dadurch vor Blendung geschützt. Ist es dunkel, zum Beispiel nachts, öffnet sich die Pupille, um möglichst viel Licht in das Auge zu lassen. Dieser Vorgang wird Mydriasis genannt. Er ermöglicht, dass wir auch bei schlechten Lichtverhältnissen Konturen erkennen können.
Psyche und Emotionen: Unsere Pupillen reagieren, wenn wir beispielsweise starke Emotionen wie Angst, Stress, Überraschung oder Freude spüren, die einen Einfluss auf unser Nervensystem haben. Sogar bei Überanstrengung können wir eine Änderung in der Pupille beobachten: Eine Studie von Jackson Beatty (1982) zeigt, dass die Pupille sich weitet, wenn eine Aufgabe besonders komplex ist – also etwa beim Lösen einer schweren Rechenaufgabe.
Medikamente und Drogen: Auch viele Drogen oder Medikamente können unser Nervensystem und damit die Pupillengrösse beeinflussen. Einige Substanzen erweitern die Pupille (z.B. Atropin, Kokain oder Amphetamine). Andere verkleinern sie (z. B. Opioide).
Erkrankungen oder Verletzungen: Die Funktion unserer Pupillen kann auch durch neurologische Störungen, Schädel-Hirn-Traumata oder Durchblutungsstörungen im Gehirn beeinträchtigt werden. Aus diesem Grund leuchten Ärzte beispielsweise nach einem Unfall mit einer kleinen Lampe in das Auge, um die Pupillenreaktion zu prüfen und ob beide Pupillen reagieren. Die Reaktion gibt Aufschluss darüber, ob Auge, Sehnerv und Gehirn den Reiz richtig verarbeiten.
Selbsttest: Die Reaktion Ihrer Pupillen können Sie ganz einfach selbst vor einem Spiegel testen. Schalten Sie das Licht aus und machen Sie dann die Taschenlampe Ihres Smartphones an. Leuchten Sie das Licht seitlich (nicht direkt von vorne!) an Ihr Auge. Sie können im Spiegel beobachten, dass sich Ihre Pupillen innerhalb kürzester Zeit verengen.
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Was ist die Funktion der Pupille?
Die Pupille spielt eine wichtige Rolle für unser Sehvermögen, indem sie vor allem reguliert, wie viel Licht in das Auge einfällt:
Blende bei sich ändernden Lichtverhältnissen: Die Pupille reguliert, wie viel Licht in das Auge einfällt. Bei hellem Sonnenlicht verengt sie sich automatisch. Sie verhindert somit eine Überblendung durch die Schäden an den empfindlichen Sehzellen auf der Netzhaut entstehen könnten. Ist es dunkel, weitet sich die Pupille, damit möglichst viel Licht ins Auge fällt. Das erlaubt uns, selbst bei schlechten Lichtverhältnissen unsere Umgebung weiterhin zu erkennen.
Akkommodative Pupillenreaktion bei Nahsicht: Im Alltag wechselt unser Auge ständig zwischen weit entfernten Objekten auf Objekte in der Nähe und umgekehrt. So beispielsweise, wenn wir auf dem Smartphone lesen und zwischendurch auf den Fernseher blicken. Damit wir dabei sowohl das Smartphone als auch den Fernseher scharf erkennen, verändert sich die Krümmung der Augenlinse im Inneren des Auges, ein Vorgang, der sich Akkommodation nennt. Dabei verengt sich gleichzeitig auch die Pupille ein wenig, was als akkommodative Pupillenreaktion bezeichnet wird – das Auge erhöht dadurch unter anderem die Schärfentiefe.
Aufbau und Anatomie der Pupille
Die Pupille ist eigentlich kein Organ oder Gewebe. Sie ist eine Aussparung, ein Loch in der Iris. Licht fällt durch die Pupille in das Auge und landet auf der Augenlinse und der Netzhaut.
Ob sich die Pupille verengt oder ausweitet, steuert die Iris. Genauer über zwei gegensätzlich arbeitende Muskeln:
Musculus sphincter pupillae: Dieser ringförmige Muskel wird vom Ruhenerv (Parasympathikus) gesteuert. Er zieht sich zusammen, wenn es hell ist oder, wenn man auf ein naheliegendes Objekt fokussiert. Die Pupille wird kleiner.
Musculus dilatator pupillae: Dieser fächerförmige Muskel wird vom Stress- und Aufmerksamkeitsnerv (Sympathikus) aktiviert. Er zieht die Iris nach aussen, wenn es dunkel ist oder beispielsweise bei Stress oder anderen starken Emotionen. Die Pupille erweitert sich.
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Übrigens: Bei einem gesunden Erwachsenen hat die Pupille bei Tageslicht etwa einen Durchmesser von 2 bis 4 Millimetern. Ist es dunkel, kann sich die Pupille auf bis zu 8 Millimeter weiten. Mit zunehmendem Alter nimmt die Dehnbarkeit der Pupille leicht ab – bei einer 80-jährigen Person, beispielsweise, kann sich die Pupille oft nur auf etwa 4–5 mm öffnen.
Verschiedene Störungen der Pupille
Wenn die Pupille auf unnatürliche Weise reagiert oder sich verändert, dann kann das unterschiedliche Ursachen haben. Mögliche Auslöser sind Störungen der Nervenbahnen, die das Auge versorgen, oder Erkrankungen der Iris. Manche Veränderungen sind harmlos. Andere Pupillenstörungen weisen auf ernsthafte neurologische Ursachen hin:
Horner-Syndrom: Beim Horner-Syndrom ist der Sympathikus geschädigt oder unterbrochen. Dadurch kann sich die Pupille nicht mehr weiten. Das Horner-Syndrom erkennt man typischerweise an einer Kombination der folgenden Symptome: eine verengte Pupille, ein leicht herabhängendes Oberlid, mangelnde Schweissbildung und ein scheinbar tiefer in der Augenhöhle liegender Augapfel.
Pupillenstarre: Bei einer Pupillenstarre reagiert die Pupille nicht oder nur verzögert auf Lichtreize oder Nahakkommodation. Man unterscheidet zwei Arten der Pupillenstarre: der absoluten Pupillenstarre, bei der die Pupille weder auf Lichteinfall reagiert noch auf nahe Objekte fokussieren kann. Und die reflektorische Pupillenstarre, bei der die Pupille nicht auf Licht reagiert, aber auf nahe Objekte fokussieren kann. Zu den verschiedenen Ursachen gehören Entzündungen, Schädigungen des Sehnervs, Syphilis oder ein erhöhter Hirndruck.
Argyll-Robertson-Pupille: Bei dieser besonderen Form der reflektorischen Pupillenstarre (siehe oben) verengen sich die Pupillen nicht, wenn Licht in das Auge einfällt. Die Pupille reagiert aber normal, wenn sich die Person auf ein nahes Objekt fokussiert. Sie tritt meist beidseitig auf. Oft ist sie die Spätfolge einer Neurosyphilis.
Anisokorie: Als Anisokorie bezeichnet man unterschiedlich grosse Pupillen. Ein kleiner Unterschied (bis zu 1 Millimeter) ist bei vielen Menschen angeboren und harmlos. Vorsicht ist geboten, wenn der Unterschied aber plötzlich auftritt oder besonders stark ausgeprägt ist. Dies könnte ein Hinweis auf eine Nervenschädigung oder einen Schlaganfall sein.
Adie-Syndrom (Pupillotonie): Hierbei ist die Pupille meist einseitig erweitert. Sie reagiert zudem träge oder verlangsamt auf Lichtreize. Fokussieren sich Betroffene länger auf ein Objekt in der Nähe, verengt sie sich langsam wieder. Diese Störung ist in der Regel gutartig und betrifft vor allem jüngere Frauen.
Übrigens: Wenn Sie beim Augenarzt waren und danach feststellen, dass Ihre Pupillen erweitert sind, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Der Arzt wendet pupillenerweiternde Augentropfen an, um Ihre Augen zu untersuchen. Die Wirkung lässt innerhalb mehrerer Stunden nach.
Wann ist eine ärztliche Abklärung nötig?
In vielen Fällen sind kurzzeitige Veränderungen der Pupillengrösse normal und harmlos. Sie können beispielsweise Reaktionen auf helles Licht, Dunkelheit oder starke Emotionen sein. Tritt eine Veränderung jedoch plötzlich, nur bei einer Pupille oder ohne erkennbaren Grund auf, sollten Sie sich an einen Arzt wenden.
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Warnzeichen, die eine sofortige Abklärung erfordern:
Bestimmte Symptome können Hinweise auf eine akute Erkrankung, eine Verletzung des Auges oder eine neurologische Notfallsituation (wie einen erhöhten Hirndruck oder einen Schlaganfall) sein. Suchen Sie bei den folgenden Warnzeichen umgehend einen Arzt oder eine Notfallstation auf:
Ungleich grosse Pupillen (Anisokorie): Die Pupillen sind nicht gleich gross, obwohl sie vorher immer gleich gross waren.
Fehlende Lichtreaktion (Pupillenstarre): Eine oder beide Pupillen verengen sich nicht mehr, wenn Licht in das Auge scheint.
Veränderungen nach einem Unfall: Pupillenveränderungen nach einem Schlag auf den Kopf, einem Sturz oder einem Schädel-Hirn-Trauma.
Begleitende neurologische Symptome: Neben der Veränderung der Pupille leiden Sie zudem an Sehstörungen (z.B. Doppelbildern), einem hängenden Augenlid, Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder starken Kopfschmerzen.
Erweiterte Pupille mit Augenschmerzen und Rötung: Dies kann ein Hinweis auf einen akuten grünen Star sein, bei dem der Augeninnendruck plötzlich stark ansteigt.