Augenlinse: Funktion, Aufbau & Veränderungen im Alter

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Die Augenlinse (Lens crystallina) sitzt hinter der Regenbogenhaut (Iris) und fokussiert das in das Auge einfallende Licht auf die Netzhaut. Mithilfe der Ziliarmuskeln wird ihre Krümmung verändert, um das Auge auf nahe oder ferne Gegenstände scharfzustellen. Im Alter lässt ihre Elastizität nach, was zur Alterssichtigkeit führt. Sie kann sich zudem trüben, was als Grauer Star bezeichnet wird.

Funktion und Aufbau der Augenlinse

Die Augenlinse ist ein wichtiger Bestandteil des Auges. Sie ist eine Sammellinse, also nach aussen (konvex) gewölbt, und bündelt das einfallende Licht auf die Netzhaut. Diese kleidet die Rückwand des Auges aus und wandelt dieses Licht in Nervensignale um, die über den Sehnerv zum Gehirn gesendet werden.

Damit wir scharf sehen können, ist die Augenlinse essenziell. Mithilfe des Ziliarmuskels wird die Wölbung der Linse (Krümmung) angepasst, um Objekte in verschiedenen Entfernungen scharf zu stellen (Akkommodation):

  • Fernsicht: Der Muskel entspannt sich, die Fasern spannen sich an und die Linse wird flach.

  • Nahsicht: Der Muskel spannt sich an, die Fasern erschlaffen und die Linse krümmt sich stärker.

Neben der Scharfstellung erfüllt die Linse weitere Aufgaben: Gemeinsam mit der Regenbogenhaut (Iris) trennt sie die vordere von der hinteren Augenkammer. Das reguliert den Fluss des Kammerwassers und hält das Auge in Form. Zudem dient die Linse als natürlicher Schutzfilter, indem sie schädliche UV-Strahlen absorbiert.

Im Laufe des Lebens verändert sich die Linse: Verliert sie aufgrund des normalen Alterungsprozesses an Elastizität, entsteht die Alterssichtigkeit. Trübt sich das Gewebe der Linse ein, spricht man von einem Grauen Star.

Entwicklung der Augenlinse im Alter

Etwa ab dem 45. Lebensjahr äussert sich der natürliche Alterungsprozess der Augenlinse als sogenannte Alterssichtigkeit: Betroffene müssen beispielsweise beim Lesen die Zeitung oder das Smartphone immer weiter weg halten, um die Schrift klar zu erkennen.

Die Ursache: Die Augenlinse verliert nach und nach an Elastizität, das Auge kann nicht mehr so gut scharf stellen – die Linse bleibt flach, auch wenn die Ziliarmuskeln versuchen, sie für die Nahsicht zu krümmen.

Die Augenlinse kann sich zudem eintrüben. Diese Trübung wird als Grauer Star bezeichnet und ist eine Augenerkrankung, die aktuell nur operativ mittels einer Grauer-Star-OP behandelt werden kann. Eine Behandlung des Grauen Stars mit Medikamenten ist nicht möglich.

Die Lösung: Künstliche Augenlinse einsetzen

Die beste Möglichkeit, um die Alterssichtigkeit dauerhaft zu korrigieren, ist ein sogenannter refraktiver Linsenaustausch: Hierbei wird die natürliche Augenlinse entfernt und eine künstliche Multifokallinse (Intraokularlinse) eingesetzt – das Auge kann dann in alle Entfernungen wieder richtig scharfstellen. Da die Linse individuell angepasst wird, können neben der Alterssichtigkeit andere Fehlsichtigkeiten, etwa Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung, mitkorrigiert werden. Auch ein etwaiger Grauer Star wird gleich mitbehandelt, da die getrübte Augenlinse entfernt wird.

Die Intraokularlinsen halten ein Leben lang. Sie trüben sich nicht ein, verschleissen nicht und müssen daher in der Regel nicht ausgetauscht werden.

Auf die richtige Kunstlinse kommt es an

Es gibt verschiedene Arten von Kunstlinsen, die die natürliche Augenlinse ersetzen können. Insbesondere werden die folgenden Arten unterschieden:

  • Monofokallinsen: Diese Linsen besitzen nur einen Brennpunkt (daher „Mono”). Sie werden in der Regel bei einer klassischen Grauer-Star-OP eingesetzt. Der Patient muss sich vor dem Eingriff entscheiden, ob er nach der Operation in der Ferne oder in der Nähe scharf sehen möchte. Für den jeweils anderen Bereich ist weiterhin eine Brille erforderlich.

  • Multifokallinsen: Diese modernen Linsen besitzen mehrere Brennpunkte (daher „Multi“). Man kann sie sich wie eine in das Auge implantierte Gleitsichtbrille vorstellen. Mit diesen Linsen lassen sich im Rahmen eines refraktiven Linsenaustauschs die Alterssichtigkeit sowie andere Fehlsichtigkeiten dauerhaft korrigieren. Da sie das Licht so verteilen, dass das Auge in mehreren Entfernungen – also nah, fern und im Zwischenbereich – scharfstellen kann, ermöglichen sie ein Leben ohne Brille.

Vorteile auf einen Blick

Die wichtigsten Vorteile der künstlichen Augenlinse auf einen Blick:

  • Fehlsichtigkeiten werden dauerhaft korrigiert – für ein Leben ohne Brille und Kontaktlinsen.

  • Keine laufenden Kosten für Sehhilfen.

  • Der Eingriff ist sehr risikoarm und Komplikationen treten ausgesprochen selten auf.

  • Erkrankungen der Augenlinse können nicht mehr auftreten.

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