Juckende Augen: Ursachen, Symptome und was Sie tun können

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Ob Pollenflug oder die tägliche Belastung durch lange Bildschirmarbeit – juckende Augen haben viele Gesichter und können bisweilen sogar durch Fremdkörper oder eine Bindehautentzündung ausgelöst werden. Lindernd wirken oft einfache Massnahmen wie kühlende Kompressen oder Augentropfen. Bleiben die Beschwerden jedoch ohne klare Ursache bestehen oder treten Warnsignale wie Sehstörungen, starker Ausfluss, Schmerzen oder Fieber auf, sollte zur genauen Diagnose und zur Vermeidung von Folgeschäden unbedingt ein Augenarzt aufgesucht werden.

Was sind häufige Ursachen von juckenden Augen?

Häufige Ursachen für Juckreiz können trockene Augen, Überanstrengung oder Allergien sein. Es kann aber auch ein erstes Anzeichen für eine Infektion sein.

  • Trockene Augen: Trockene Augen, auch als Sicca-Syndrom bekannt, können durch äussere Umwelteinflüsse wie Heizungsluft, lange Bildschirmzeiten oder Klimaanlagen entstehen. Auch Erkrankungen oder Medikamente können dafür verantwortlich sein. Bei trockenen Augen verdunstet die Tränenflüssigkeit schneller, als sie neu produziert werden kann. Der Juckreiz entsteht dadurch, dass die sensiblen Nervenenden im Auge gereizt werden. Damit versucht der Körper, die Augenlider vermehrt zum Blinzeln zu bringen, damit die Benetzung der Augen wieder besser angeregt wird.

  • Überanstrengung: Als Folge einer Überanstrengung, beispielsweise durch das lange Arbeiten an Computerbildschirmen, können müde Augen abends jucken und brennen. Auch eine Fehlsichtigkeit oder falsch eingestellte Sehhilfen können dazu beitragen, dass sich die Augen sehr stark anstrengen müssen und danach jucken oder brennen.

  • Allergien: Allergien, beispielsweise durch Pollen, Tierhaare oder Milben, sind häufige Verursacher von juckenden Augen. Manchmal betrifft der Juckreiz dabei nicht nur die Augen, sondern auch Nase, Mund, Gaumen oder Rachen. In den meisten Fällen können antiallergische Augentropfen (Antihistaminika) Abhilfe verschaffen.

  • Kontaktlinsen: Durch Kontaktlinsen auf dem Auge kann sich die Tränenflüssigkeit nicht mehr gleich ungehindert auf der Augenoberfläche verteilen. Dadurch wiederum entstehen Risse in der Benetzung, was zu Symptomen wie Jucken, Brennen oder Rötungen am Auge führen kann. Jucken die Augen mit Kontaktlinsen plötzlich kann das auf mangelnde Hygiene in der Handhabung, Reizung nach langer Tragezeit oder Ablagerungen in Folge von unsachgemässem Umgang mit dem Produkt hindeuten. Auch Unverträglichkeiten von Kontaktlinsen können sich durch Juckreiz äussern.

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Weniger häufige Ursachen

Juckende Augen können aber auch ein erstes Anzeichen beispielsweise für eine Infektion sein.

  • Infektiöse Bindehautentzündung: Eine infektiöse Bindehautentzündung wird in den meisten Fällen durch Bakterien oder Viren ausgelöst, die ins Auge gelangen. Sie äussert sich durch eine Rötung der Augen, Tränenfluss, Absonderungen und Lichtempfindlichkeit. Die Ärztin oder der Arzt kann entsprechende Augentropfen verschreiben.

  • Hornhautentzündung: Eine Hornhautentzündung ist neben dem Juckreiz vor allem durch starke Schmerzen, Fremdkörpergefühl, Lichtempfindlichkeit, Augenrötung und Sekretfluss verbunden. Zudem kann eine damit verbundene verringerte Sehstärke ein Symptom sein. Ausgelöst wird eine Hornhautentzündung durch Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten oder nicht-infektiöse Ursachen wie Augenverletzungen oder trockene Augen. Da die Augen dabei nicht ausreichend mit Tränenflüssigkeit benetzt werden, trocknet die Hornhaut aus und kann sich entzünden. Hornhautentzündungen können in Kombination mit Bindehautentzündungen auftreten. Man spricht in diesem Fall von einer Keratokonjunktivitis. Bei einer Hornhautentzündung sollte ein Augenarzt aufgesucht werden.

  • Lidrandentzündung: Auch eine Lidrandentzündung (Blepharitis) kann der Auslöser von juckenden Augen sein. Dabei verstopfen die Ausführungsgänge der Talgdrüsen am Lidrand, was zu einer Entzündung des gesamten Augenlids führt. Oft sind an einer Augenlidentzündung auch Bakterien beteiligt. Begleitsymptome einer Blepharitis sind Rötungen, verklebte Wimpern, Fremdkörpergefühl und ein geschwollenes, schuppendes Augenlid.

  • Gerstenkorn: Auch ein Gerstenkorn (Hordeolum) kann ein Grund für Juckreiz am Auge sein. Beim Gerstenkorn handelt es sich um eine Entzündung am Lidrand, die punktuell und schmerzhaft anschwellen kann. Ausgelöst wird ein Gerstenkorn durch Bakterien. Ein Arzt sollte dann aufgesucht werden, wenn das Hordeolum nach sieben Tagen unverändert oder mit starken Schmerzen verbunden ist. Zur Behandlung können antibiotische Augentropfen oder -salben, warme Kompressen oder eine Behandlung mit einer Rotlichtlampe eingesetzt werden.

Welche anderen Symptome können bei juckenden Augen auftreten?

Meistens treten juckende Augen in Kombination mit weiteren Beschwerden wie Fremdkörpergefühl, Trockenheit, Verschnupfung, tränenden Augen, geschwollenen Augenlidern, Verklebungen oder Lichtempfindlichkeit auf.

  • Lichtempfindlichkeit: Lichtempfindlichkeit, auch Photophobie genannt, kann in Kombination mit juckenden Augen auftreten. Erhöhte Lichtempfindlichkeit kann beispielsweise bei Entzündungen, Infektionen oder Augenerkrankungen wie dem Grünen Star (Glaukom) oder dem Grauen Star (Katarakt) vorkommen. Besonders bei Binde- oder Hornhautentzündungen kann eine erhöhte Lichtempfindlichkeit ein Symptom sein.

  • Tränende Augen: Tränende Augen können ein Hinweis auf einen Fremdkörper im Auge, eine Infektion oder eine allergische Reaktion sein. Dabei produziert das Auge zu viel Tränenflüssigkeit und diese überläuft.

  • Schmerzen: Juckende, schmerzende Augen sollten beobachtet werden. Sekretausfluss kann zudem auf eine Infektion hindeuten. Binde- und Hornhautentzündungen sind schmerzhaft. Kommen die Schmerzen von einem Fremdkörper, der das Auge getroffen oder gar ins Auge gelangt ist, solltest du den Arzt aufsuchen. Auch bei plötzlich auftretenden akuten Augenschmerzen solltest du zum Arzt.

  • Schnupfen und Niesreiz: Juckende Augen in Kombination mit Schnupfen und Niesreiz deuten in den meisten Fällen auf eine allergische Reaktion, beispielsweise Blütenpollen, Heuschnupfen oder Tierhaare, hin.

  • Fremdkörpergefühl: Ein Fremdkörpergefühl kann aufgrund von äusseren Reizen oder Augenkrankheiten auftreten. Betroffene Personen haben das Gefühl, ein Sandkorn oder eine Wimper befinde sich im Auge. Fremdkörpergefühl tritt oft bei trockenen Augen, Binde- oder Hornhautentzündungen auf. Befindet sich tatsächlich ein Fremdkörper im Auge, solltest du es vermeiden, das Auge zu reiben und einen Arzt aufsuchen.

  • Verklebte Augen: Verklebte Augen treten auch oft bei Entzündungen auf: Entzündungen der Bindehaut, Hornhaut oder des Lidrands sind die häufigsten Ursachen. Wenn du erkältet bist und unter verklebten Augen leidest, kann dies auf eine Augengrippe hindeuten. Diese wird während Erkältungen oftmals durch Viren ausgelöst.

  • Geschwollene Augenlider: Geschwollene Augenlider können harmlose Auslöser wie zu wenig Schlaf oder starkes Weinen haben. Sie können aber auch auf Entzündungen der Lider hindeuten. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine Lidrandentzündung oder ein Gerstenkorn.

Was kann ich gegen juckende Augen tun?

Kühlende Kompressen mit kaltem Wasser, benetzende Augentropfen oder eine isotonische Kochsalzlösung aus der Apotheke sind Hausmittelchen, die gegen juckende Augen helfen. Bei andauerndem Juckreiz sollte auf Kontaktlinsen und Kosmetikprodukte verzichtet werden.

Wenn der Juckreiz durch Kontaktlinsen ausgelöst werden könnte, sollten diese erstmal abgesetzt und auf eine Brille zurückgegriffen werden. Bei allergischen Reaktionen auf Kosmetikprodukte wie beispielsweise Augencreme oder Mascara sollte auf diese verzichtet werden. Handelt es sich um eine infektiöse Bindehautentzündung, ist es wichtig zu beachten, dass Hygienemassnahmen wie regelmässiges Händewaschen und getrennte Handtücher zu verwenden, konsequent umgesetzt werden.

Ansonsten empfehlen sich folgende Massnahmen:

  • Kühlende Umschläge: Kalte Kompressen können zur Beruhigung des Juckreizes beitragen. Dafür können in kaltem Wasser oder Tees (Kamille oder Salbei) getränkte Tücher verwendet werden. Auch Kühlelemente oder Kirschkernkissen aus der Tiefkühltruhe können auf die Augen gelegt werden. Wichtig: diese nicht direkt aufs Auge legen, sondern immer mit einem Baumwolltuch umwickelt. Auch kalte Gurkenscheiben können auf betroffene Augen gelegt werden, dies verschafft ebenfalls einen kühlenden Effekt.

  • Isotonische Salz-Lösung: Eine isotonische Salzlösung kann Augenreizungen lindern, die beispielsweise durch eine allergische Reaktion auf Staub oder Pollen ausgelöst wurden. Sie hilft dabei, Fremdstoffe sanft aus dem Auge zu schwemmen, ohne die Schleimhäute zusätzlich zu reizen. Verwenden Sie hierfür idealerweise sterile Kochsalzlösung aus der Apotheke, da diese in ihrer Konzentration exakt auf die natürliche Tränenflüssigkeit abgestimmt ist. Im Gegensatz zu Leitungswasser oder selbstgemischten Lösungen ist dieses Produkt keimfrei und bietet somit die sicherste Anwendung für das bereits gereizte Auge.

  • Augentropfen oder Augensalbe: Bei juckenden Augen aufgrund von Trockenheit können feuchtigkeitsspendende Augentropfen oder -salben verwendet werden. Diese sind in der Apotheke erhältlich.

Wann sollte ich bei juckenden Augen zum Arzt?

Juckende Augen sind zwar unangenehm, in den meisten Fällen allerdings nicht bedrohlich. Unbedingt zum Arzt sollte man in folgenden Fällen:

  • Der Juckreiz hält über längere Zeit an und Sie haben keine Erklärung dafür.

  • Sie haben Symptome, die auf eine Lidrand- oder eine Binde- oder Hornhautentzündung hinweisen.

  • Sie verwenden Augentropfen oder -salben und die Augen beginnen davon zu jucken.

  • Wenn das Jucken durch einen Fremdkörper im Auge oder von möglichen Schadstoffen sein kann, die ins Auge gelangt sind.

  • Wenn der Juckreiz von folgenden Begleitsymptomen begleitet wird: Sehstörungen, starker Rötung, Augenschmerzen, Fieber oder Sekretausfluss am Auge.

Wie werden juckende Augen behandelt?

Neben den oben genannten Hausmittelchen gibt es weitere Möglichkeiten zur Behandlung von juckenden Augen. Die Verschreibung erfolgt durch Augenärzte.

  • Bei Augenerkrankungen, die durch Bakterien ausgelöst werden wie beispielsweise eine bakterielle Konjunktivitis, eine bakterielle Keratitis oder auch ein Gerstenkorn, schaffen antibiotische Augentropfen oder Augensalben Abhilfe.

  • Für virale Auslöser gibt es antivirale Augentropfen oder Augensalben.

  • Bei Infektionen mit Pilzen können vom Augenarzt Antimykotika verschrieben werden.

  • Bei allergischen Reaktionen können antiallergische Augentropfen (Antihistaminika) helfen, den Juckreiz zu lindern. Es gibt auch schwächer dosierte antiallergische Augentropfen in Apotheken, die ohne Rezept erhältlich sind.

Bei einem Gerstenkorn kann zudem eine Rotlichttherapie helfen.