Augenmuskeln: Anatomie, Funktion & Sehkraft
Ob wir ein Buch lesen oder beim Autofahren den Verkehr beobachten: Tag für Tag führen unsere Augen dank der Augenmuskulatur präzise Bewegungen aus. Verschiedene Augenmuskeln steuern dabei die Blickrichtung oder spielen unter anderem auch eine Rolle beim Scharfstellen. Hier erfahren Sie alles über die Anatomie und Funktion unserer Augenmuskeln.
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Anatomie und Funktion der Augenmuskulatur
Die Augenmuskeln sind für die gezielte Bewegung des Augapfels, die Regulierung des Lichteinfalls und die Scharfeinstellung in verschiedenen Distanzen zuständig. Man unterscheidet dabei grundsätzlich zwischen der äusseren und der inneren Augenmuskulatur.
Äussere Augenmuskeln: Bewegungen in alle Richtungen
Die äusseren Augenmuskeln sind dafür verantwortlich, den Augapfel in verschiedene Richtungen zu bewegen. Sie setzen aussen an der den Augapfel umgebenden Lederhaut (Sklera) an und arbeiten paarweise zusammen: Zieht sich ein Muskel zusammen, entspannt sich sein gegenspielender Partner, wodurch sich der Augapfel in die ein oder andere Richtung bewegt. Insgesamt steuern sechs Augenmuskeln diese Blickbewegungen:
Musculus rectus medialis: Dreht das Auge nach innen zur Nase hin.
Musculus rectus lateralis: Dreht das Auge nach aussen zur Schläfe hin.
Musculus rectus superior: Hebt den Blick nach oben und leicht nach innen.
Musculus rectus inferior: Senkt den Blick nach unten und leicht nach innen.
Musculus obliquus superior: Senkt den Blick bei nach innen gedrehtem Auge und rollt das Auge nach innen.
Musculus obliquus inferior: Hebt den Blick bei nach innen gedrehtem Auge und rollt das Auge nach aussen.
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Zusätzlich gehört auch der Musculus levator palpebrae superioris zu den äusseren Augenmuskeln: Er bewegt das obere Augenlid und ermöglicht es uns, das Auge zu öffnen.
Übrigens: Studien zeigen, dass die äusseren Augenmuskeln ausserordentlich resistent gegen Ermüdung sind. Sie bewegen sich selbst im Schlaf!
Innere Augenmuskeln: Scharfstellen und Lichteinfall
Während die äusseren Augenmuskeln den Augapfel bewegen, erfüllen die inneren Augenmuskeln zwei essenzielle Aufgaben im Inneren des Auges: Sie steuern den Lichteinfall durch die Pupille und ermöglichen das Scharfstellen auf Objekte in verschiedenen Entfernungen (Akkommodation). Zu den inneren Augenmuskeln gehören:
Musculus ciliaris (Ziliarmuskel): Dieser Muskel umgibt die Augenlinse und ist für die Akkommodation zuständig: Spannt sich der Ziliarmuskel an, lockern sich die Haltebänder der Linse. Dadurch wölbt sich die elastische Augenlinse stärker und stellt auf die Nähe scharf. Entspannt sich der Muskel, flacht die Linse ab und der Blick stellt auf weiter entfernte Objekte scharf.
Musculus sphincter pupillae: Dieser ringförmige Muskel befindet sich in der Iris des Auges. Zieht er sich zusammen, verengt sich die Pupille und weniger Licht fällt in das Auge ein.
Musculus dilatator pupillae: Auch dieser Muskel befindet sich in der Iris. Spannt er sich an, erweitert sich die Pupille, damit bei Dunkelheit oder Dämmerung mehr Licht in das Auge einfällt.
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Wie die Augenmuskeln scharfes Sehen ermöglichen
Damit wir unsere Umwelt klar wahrnehmen können, ist das komplexe Zusammenspiel unserer Augenmuskulatur entscheidend. Das Gehirn steuert die Muskeln präzise und stimmt die Bewegungen beider Augen optimal aufeinander ab (Okulomotorik).
Dabei unterscheidet man verschiedene Arten von Blickbewegungen:
Sakkaden
Sakkaden sind schnelle, sprunghafte Augenbewegungen. Der Blick springt von einem Fixationspunkt zum nächsten.
Beispiele: Sie lesen Textzeilen und der Blick springt von Wort zu Wort. Oder Sie scannen schnell eine Strasse vor dem Überqueren.
Übrigens: Wenn wir Sakkaden machen, schaltet das Gehirn die visuelle Wahrnehmung für einen Bruchteil einer Sekunde ab. Wenn Sie sich beispielsweise selbst im Spiegel von Ihrem linken Auge zum rechten Auge ansehen, können Sie Ihre eigene Augenbewegung niemals sehen.
Flüssige Folgebewegungen
Bewegen sich die Augen kontinuierlich und gleichmässig, sprechen wir von flüssigen Folgebewegungen.
Beispiele: Sie verfolgen ein vorbeifahrendes Auto oder einen fliegenden Vogel.
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Konvergenz und Divergenz
Schauen Sie auf ein Objekt in der Nähe, drehen sich beide Augäpfel leicht nach innen (Konvergenz). Blicken Sie wieder in die Ferne, bewegen sie sich nach aussen (Divergenz).
Beispiele: Sie wechseln vom Smartphone (Konvergenz) zum Blick aus dem Fenster in die Ferne (Divergenz).
Übrigens: Studien zur digitalen Sehbelastung zeigen, dass wir bei der Arbeit an Smartphones oder Monitoren bis zu 50 % weniger blinzeln und die Nahfixierung (Konvergenz und Daueranspannung des Ziliarmuskels) extrem hoch ist. Zu empfehlen ist daher die 20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf ein Objekt in mindestens 20 Fuss (ca. 6 Meter) Entfernung blicken. Das entspannt die beanspruchte Augenmuskulatur.
Scharfes und räumliches Sehen ist erst möglich, wenn beide Augäpfel auf dasselbe Objekt fokussieren. Das Gehirn fügt die leicht unterschiedlichen Bilder beider Augen zu einem einzigen Gesamteindruck zusammen. Spielen die Augenmuskeln nicht optimal zusammen, kommt es zu Fehlausrichtungen wie dem Schielen (Strabismus) oder zur Wahrnehmung von Doppelbildern.
Wenn der Ziliarmuskel an seine Grenzen stösst: Alterssichtigkeit
Ab etwa dem 45. Lebensjahr bemerken viele Menschen, dass das Lesen in der Nähe schleichend schwerer fällt – so muss etwa das Smartphone immer weiter weggehalten werden.
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Die Ursache liegt im Zusammenspiel von Muskel und Augenlinse: Der Ziliarmuskel spannt sich nach wie vor an, um die Linse für die Nahsicht zu krümmen. Aber die körpereigene Augenlinse verliert durch den natürlichen Alterungsprozess zunehmend an Elastizität und kann sich daher nicht mehr ausreichend krümmen – das Bild in der Nähe bleibt unscharf. Wir sprechen dann von Alterssichtigkeit oder Presbyopie.
Da die Ursache der Alterssichtigkeit in der nach und nach immer starrer werdenden körpereigenen Augenlinse liegt, schreitet die Alterssichtigkeit mit den Jahren weiter voran. Eine Lese- oder Gleitsichtbrille kann zwar vorübergehend helfen, die Sehstärke muss aber regelmässig angepasst werden und viele Betroffenen empfinden das ständige Auf- und Absetzen im Alltag als störend.
Eine dauerhafte Alternative zur Gleitsichtbrille ist der Linsenaustausch: Die körpereigene, unflexibel gewordene Augenlinse wird dabei durch künstliche Trifokallinsen ersetzt. Diese modernen Kunstlinsen ermöglichen scharfes Sehen in alle Distanzen – nah, fern und im Zwischenbereich. Da Kunstlinsen nicht altern, korrigieren sie die Alterssichtigkeit dauerhaft.
EuroEyes gehört zu den führenden Experten beim Einsatz von Trifokallinsen – unsere Spezialisten beraten Sie gerne.
Möchten Sie erfahren, ob Ihre Fehlsichtigkeit behandelt werden kann – etwa durch eine Augenlaser- oder Linsenbehandlung? Vereinbaren Sie jetzt einen Termin für einen kostenlosen und unverbindlichen Augencheck an einem EuroEyes-Standort in Ihrer Nähe.