Schielen (Strabismus): Ursachen, Formen und Behandlung
Wenn beide Augen parallel in die gleiche Richtung blicken, verschmilzt das Gehirn die beiden Seheindrücke zu einem einzigen, dreidimensionalen Bild. Weichen die Blickachsen jedoch voneinander ab – etwa weil ein Auge nach innen oder aussen fehlgestellt ist –, spricht man von Schielen (Strabismus). Das Gehirn erhält dadurch zwei unterschiedliche Bilder und kann diese nicht mehr zu einem räumlichen Gesamteindruck zusammenfügen. Wie Schielen entsteht, welche Formen unterschieden werden und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erfahren Sie im Folgenden.
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Ursachen von Schielen
Damit wir scharf und räumlich sehen, müssen Augenmuskeln und Nerven optimal zusammenarbeiten. Ist dieses Gleichgewicht gestört, entsteht ein Schielen (Strabismus).
Die Ursachen von Schielen sind vielfältig und unterscheiden sich je nach Alter:
Angeborene Fehlsichtigkeiten: Eine starke Weitsichtigkeit oder eine unterschiedliche Sehkraft beider Augen bei Kindern gehören zu den häufigsten Ursachen. Versucht das Auge das unscharfe Bild durch ständiges Scharfstellen (Akkommodation) auszugleichen, kann es nach innen wandern.
Vererbung: Gab es in der Familie bereits Fälle von Schielen oder starker Fehlsichtigkeit, haben Kinder ein höheres Risiko.
Ausfall der Sehkraft: Lässt die Sehkraft auf einem Auge stark nach – zum Beispiel durch den Grauen Star –, verliert das Gehirn die Kontrolle über dieses Auge. Es weicht langsam von der Blickrichtung ab.
Plötzliches Schielen bei Erwachsenen: Tritt die Fehlstellung erst im Erwachsenenalter auf, stecken oft gelähmte Augenmuskelnerven dahinter. Auslöser sind beispielsweise Augenerkrankungen, Entzündungen oder Verletzungen. Auch Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Schlaganfälle können Auslöser sein.
Muskel- und Nervenschwäche: Wenn einzelne Augenmuskeln zu schwach sind oder nicht richtig gesteuert werden, können sich die Augen nicht mehr gemeinsam ausrichten.
Formen von Schielen
Je nachdem, in welche Richtung das betroffene Auge abweicht und wie stark die Fehlstellung ausgeprägt ist, unterscheidet man verschiedene Formen von Schielen:
Innenschielen (Strabismus convergens): Dies ist die mit Abstand häufigste Form des Schielens, besonders bei Kleinkindern. Ein Auge weicht dabei nach innen zur Nase hin ab. Oft steckt eine unkorrigierte Weitsichtigkeit dahinter.
Aussenschielen (Strabismus divergens): Das schielende Auge ist nach aussen zur Schläfe gerichtet. Diese Form zeigt sich meist erst im späteren Kindes- oder Erwachsenenalter und tritt oft schubweise auf – beispielsweise bei Müdigkeit, Unkonzentriertheit oder beim Blick in die Ferne.
Hypertropie (Aufwärtsschielen) und Hypotropie (Abwärtsschielen): Ein Auge weicht vertikal ab. Blick das Auge nach oben, spricht man von Hypertropie (Aufwärtsschielen). Wandert es nach unten, wird dies als Hypotropie (Abwärtsschielen) bezeichnet.
Begleitschielen (Strabismus comitans): Der Schielwinkel bleibt in alle Blickrichtungen gleich. Das schielende Auge macht jede Bewegung des führenden Auges synchron mit. Diese Form entwickelt sich meist in den ersten Lebensjahren.
Lähmungsschielen (Strabismus paralyticus): Hier fällt ein Augenmuskelnerv aus oder ist beschädigt. Der Schielwinkel verändert sich je nach Blickrichtung: Schaut die Person in die Richtung des gelähmten Muskels, verstärkt sich die Fehlstellung deutlich.
Typische Symptome bei Schielen
Neben der sichtbaren Fehlstellung der Blickachsen kann sich Schielen durch folgende Beschwerden bemerkbar machen:
Doppelbilder: Da die Augen zwei unterschiedliche Bilder an das Gehirn senden, sehen Erwachsene oft störende Doppelbilder. Kleinkinder unterdrücken Doppelbilder meist unbewusst, was unbehandelt zur Sehschwäche führt.
Räumliche Sehstörungen: Das Tiefensehen und das Einschätzen von Entfernungen sind erschwert oder gar nicht möglich.
Augenbrennen und Kopfschmerzen: Die Überanstrengung der Augenmuskeln führt schnell zu Sehstress, müden Augen und Kopfschmerzen.
Zusammenkneifen eines Auges: Vor allem bei Sonnenlicht oder beim Fokussieren kneifen Betroffene oft ein Auge zu, um Doppelbilder auszublenden.
Schiefhaltung des Kopfes: Um die Fehlstellung auszugleichen und Doppelbilder zu vermeiden, nehmen viele Betroffene unbewusst eine geneigte oder gedrehte Kopfhaltung ein.
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Behandlung von Schielerkrankungen
Schielen ist nicht lediglich ein Schönheitsfehler. Eine rechtzeitige Behandlung von Schielerkrankungen ist entscheidend, um das räumliche Sehen zu schützen und eine dauerhafte Sehschwäche zu verhindern. Je nach Form des Schielens, Alter und Ausprägung kommen konservative Methoden oder eine Operation zum Einsatz.
Konservative Behandlungsmethoden
In vielen Fällen – insbesondere bei Kindern – lässt sich das Schielen ohne Operation behandeln oder deutlich verbessern:
Brillenkorrektur: Ist eine Fehlsichtigkeit (oft Weitsichtigkeit) die Ursache, hilft eine passende Brille. Sie entlastet die Augenmuskeln und verringert so oft den Schielwinkel.
Okklusionstherapie (Abkleben des Auges): Das stärkere Auge wird täglich für einige Stunden mit einem Augenpflaster abgedeckt. Das zwingt das schwächere Auge aktiv zu arbeiten, sodass das Gehirn nicht verlernt, dessen Seheindrücke zu verarbeiten. Die Okklusionstherapie behandelt primär die durch das Schielen entstandene Sehschwäche (Amblyopie), korrigiert jedoch nicht den Schielwinkel selbst.
Orthoptik (Sehschulung): Unter Anleitung spezialisierter Orthoptisten trainieren Betroffene das Zusammenspiel beider Augen und stärken das räumliche Sehen.
Prismenbrillen: Spezielle Prismengläser lenken das einfallende Licht so um, dass beide Augen wieder ein gemeinsames Bild erzeugen. Dies wird vor allem bei Erwachsenen genutzt, um störende Doppelbilder auszugleichen.
Operative Behandlungen
Reichen konservative Massnahmen nicht aus oder ist der Schielwinkel sehr gross, kann eine Augenmuskeloperation helfen.
Ziel des Eingriffs: Die Augenmuskeln werden gezielt gestärkt, geschwächt oder versetzt. Dadurch richten sich die Blickachsen wieder parallel aus.
Durchführung: Der Eingriff erfolgt an der Aussenseite des Augapfels – das Auge selbst wird nicht geöffnet. Die OP findet je nach Alter und Befund unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung statt.
Erfolg und Nachsorge: Die Operation stellt die Parallelstellung der Augen wieder her. Im Anschluss wird die Okklusionstherapie oder Sehschulung oft fortgesetzt, um das Sehergebnis zu sichern.
Weitere Fehlsichtigkeiten
Neben Fehlstellungen wie dem Schielen betreffen Sehprobleme im Laufe des Lebens häufig auch die allgemeine Sehkraft – etwa durch Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung oder Alterssichtigkeit.
EuroEyes korrigiert diese Fehlsichtigkeiten mittels Augenlaser- oder Linsenimplantationen. Mit über 30 Jahren Erfahrung gehören wir weltweit zu den führenden Spezialisten. Unser erfahrenes Team berät Sie individuell und findet häufig selbst eine Lösung bei komplexen Ausgangslagen, bei denen andere Augenkliniken an ihre Grenzen stossen.
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