Nachstar lasern: Ursachen und Ablauf der Behandlung

Haben Sie sich vor einiger Zeit einem Linsenaustausch unterzogen und stellen nun fest, dass Ihre Sicht langsam wieder verschwimmt? Keine Sorge, Ihre neue Kunstlinse ist intakt und es handelt sich höchstwahrscheinlich um einen sogenannten Nachstar. Die Trübung kann mit einer schmerzfreien Laserbehandlung korrigiert werden, sodass Sie Ihre gewohnte Sehqualität schon nach kurzer Zeit wieder zurückgewinnen.

Was ist ein Nachstar?

Ein Nachstar kann nach einem Linsenaustausch im Rahmen einer Katarakt-Operation oder eines refraktiven Linsenaustauschs entstehen. Dabei trübt sich die Linsenkapsel Monate oder Jahre nach der Operation ein.

Zu den typischen Symptomen gehören:

Ursachen: Warum tritt ein Nachstar auf?

Ein Nachstar ist kein Behandlungsfehler, sondern eine natürliche Reaktion des Körpers. Bei einem Linsenaustausch wird die körpereigene Linse entfernt und durch eine klare Kunstlinse ersetzt, etwa aufgrund eines Grauen Stars oder einer Fehlsichtigkeit. Damit die neue Linse einen stabilen Halt im Auge hat, bleibt die körpereigene hauchdünne und transparente Schutzhülle – die sogenannte Linsenkapsel – bewusst im Auge.

Nachdem die Augenlinse entfernt wurde, können auf dieser Linsenkapsel aber winzige Linsenzellen zurückbleiben. Im Laufe der Zeit können diese Zellen wieder aktiv werden und sich vermehren. Dadurch verdickt und trübt sich die hintere Wand der Linsenkapsel und die Sicht verschwimmt wieder.

Wann tritt ein Nachstar auf?

Wann und ob ein Nachstar auftritt, ist von Person zu Person unterschiedlich: Die Trübung kann sich wenige Wochen, Monate oder erst Jahre nach dem Linsenaustausch bemerkbar machen. Eine Metaanalyse zeigt, dass nach 5 Jahren ca. 28 % (fast jeder dritte Patient) einen Nachstar entwickelt.

Studien zeigen zudem, dass bestimmte Vorerkrankungen wie beispielsweise eine Uveitis (Augeninnenentzündung) einen Nachstar begünstigen können. Laut weiteren Studien spielt auch das Alter eine Rolle – Patienten unter 60 Jahren haben (aufgrund einer aktiveren Zellteilung) ein höheres Risiko, einen Nachstar zu entwickeln.

Ist ein Nachstar gefährlich?

Nein, ein Nachstar ist nicht gefährlich für das Augenlicht. Er führt weder zu bleibenden Schäden am Sehnerv noch an der Netzhaut. Es handelt sich hierbei um einen mechanischen Sehschleier, der das Licht blockiert. Berücksichtigen Sie allerdings, dass der Nachstar nicht von alleine verschwindet und schlimmer werden kann. Spätestens, wenn die Trübung Ihre Lebensqualität oder die Sicherheit (beispielsweise im Strassenverkehr) einschränkt, sollten Sie sie daher behandeln lassen.

Nachstar lasern: Behandlung, Risiken & Nebenwirkungen

Die einzige Methode, um einen Nachstar zu beseitigen, ist eine Laserbehandlung mit dem YAG-Laser (YAG-Laser-Kapsulotomie). Eine erneute Operation, bei der das Auge geöffnet werden muss, ist hierfür nicht notwendig. Der schmerzfreie Eingriff wird ambulant direkt in der Praxis durchgeführt.

Ablauf der Behandlung

Vor der Behandlung erhalten Sie spezielle Augentropfen. Diese betäuben die Oberfläche des Auges und erweitern die Pupille, damit der Augenarzt eine optimale Sicht auf die Linsenkapsel hat.

Während des Eingriffs sitzen Sie vor dem sogenannten YAG-Laser. Der Arzt richtet den unsichtbaren Laserstrahl exakt auf die eingetrübte hintere Linsenkapsel. Mit minimalen Lichtimpulsen trennt der Laser das Gewebe im Zentrum der Kapsel sanft auf, sodass eine kleine Öffnung entsteht. Das Licht kann nun wieder ungehindert auf die Netzhaut fallen. Das Verfahren dauert in der Regel nur wenige Minuten.

Da das Auge nicht operativ geöffnet wird, sind keine Schnitte oder Nähte notwendig. In der Regel ist eine Verbesserung der Sehleistung bereits bemerkbar, sobald die Wirkung der pupillenerweiternden Tropfen nachlässt (meist nach wenigen Stunden).

Risiken & Nebenwirkungen

Das Lasern des Nachstars gilt als äusserst sicheres Routineverfahren mit einer sehr hohen Erfolgsrate, die laut Studien bei knapp 97 % liegt. Da das Auge vorab mit Tropfen betäubt wird und die Linsenkapsel selbst keine Schmerznerven besitzt, ist der Lasereingriff schmerzfrei.

Folgende Nebenwirkungen können jedoch auftreten:

  • Direkt nach dem Eingriff kann die Sicht durch die Pupillenerweiterung etwas verschwommen oder geblendet sein.

  • Es können Floater auftreten (sogenannte «fliegende Mücken» oder kleine Punkte im Blickfeld, die meist harmlos sind).

Folgende Risiken bestehen, sind aber extrem selten:

  • Vorübergehender Anstieg des Augendrucks: Dieser kann kurz nach dem Eingriff auftreten, lässt sich jedoch gut mit drucksenkenden Augentropfen behandeln.

  • Verschiebung oder Beschädigung der Kunstlinse: Der Laser arbeitet hochpräzise, in minimalen Ausnahmefällen kann es jedoch zu winzigen Kratzern auf der Linse kommen, die das Sehen meist nicht beeinträchtigen.

  • Netzhautablösung oder Makulaödem: Sehr seltene Komplikationen, die vor allem bei Patienten mit bereits bestehenden Risikofaktoren (wie starker Kurzsichtigkeit) auftreten können.

Nachsorge: Was ist nach der Laserbehandlung zu beachten?

Nach dem Lasern des Nachstars können Sie die Arztpraxis direkt wieder verlassen. Da der Eingriff minimalinvasiv ist und das Auge nicht operativ geöffnet wird, ist die Erholungsphase sehr kurz.

  • Schonen Sie Ihre Augen: Vermeiden Sie für ein bis zwei Tage anstrengende Aktivitäten. Reiben Sie nicht Ihre Augen.

  • Augentropfen anwenden: Meist verschreibt Ihnen der Augenarzt für einige Tage entzündungshemmende oder drucksenkende Augentropfen, die Sie nach Anweisung anwenden.

  • Keine Ausfallzeit: Eine Krankschreibung ist nach diesem kurzen Routineeingriff in der Regel nicht notwendig. Die meisten Patienten sind bereits am nächsten Tag wieder voll arbeitsfähig und können ihrem gewohnten Alltag nachgehen.

  • Achtung im Strassenverkehr: Direkt nach der Behandlung dürfen Sie kein Auto- oder Velofahren, da Ihre Sicht aufgrund der pupillenerweiternden Tropfen verschwommen und blendempfindlich sein kann. Die Wirkung klingt in der Regel nach wenigen Stunden wieder ab.

Fazit: Schnell und schmerzfrei zurück zur vollen Sehkraft

Ein Nachstar ist eine sehr häufige und vollkommen natürliche Gewebereaktion, die nach einem Linsenaustausch auftreten kann. Auch wenn die erneute Trübung der Sicht im Alltag störend ist, besteht kein Grund zur Sorge: Der Nachstar lässt sich im Rahmen einer schmerzfreien und ambulanten Laserbehandlung innerhalb kürzester Zeit dauerhaft beseitigen und tritt danach in der Regel nicht erneut auf. Sollten Sie nach Ihrem Linsenaustausch Veränderungen Ihrer Sehkraft bemerken, zögern Sie nicht, einen Spezialisten zu kontaktieren.